Montag, 20.10.97 zum vierten Tag | zur vorigen Seite

Steinkarspitz, 2524 m, Hochspitz, 2582 m, Gamskofel, 2415 m, Reiterkarspitz, 2421 m,
Stollen, 2378 m, Bärenbadeck, 2430 m

Um 6 Uhr stehen wir auf, kochen Tee und frühstücken in der Kälte. 7,55 Uhr ist es beim Aufbruch. Als wir beim Anstieg zum Luggauer Törl (2226 m) etwa wieder die Höhe des Hochweißsteinhauses haben, holt uns die Sonne ein und es wird angenehm warm. Temperaturunterschiede wie beim Peru-Trekking! Den ganzen Tag sehen wir keine Wolke. In der Luggauer Scharte (2461 m) – schöner Tiefblick zur Wallfahrtskirche in Maria Luggau im Tal – sind wir am Beginn des endlosen Höhenweges. Ungemein aussichtsreich folgt er dem Karnischen Hauptkamm. Da ein "Nachtanken" nicht möglich ist, müssen wir mit dem Trinkwasser sparsam sein. Dass wir eine nicht ganz so erholsame Nacht hinter uns haben, merken wir auf der zweiten Hälfte (hinter dem Hochspitz, zu dem ich allein aufsteige): Buckel und Scharten wechseln sich endlos einander ab, wunderschön, aber ermüdend, bis wir auf dem Bärenbadeck auf dem letzten Gipfel stehen.

Unter dem mächtigem Massiv des Porze befindet sich die Neue Porze Hütte (1942 m), bei der wir um 17 Uhr sind. Ein Nebenbau bildet den Winterraum – doch der ist mit einem Spezial-Schloss abgeschlossen. Mein Groll auf die österreichischen Hüttenwarte steigt! Wir versuchen erfolglos, das Schloss am Haupteingang abzuschrauben, um wenigstens in den Windfang zu gelangen – vergeblich. Zunächst kommt mir der Gedanke, in der Nacht noch ins Tal abzusteigen und den Höhenweg zu beenden, doch dann ergeben wir uns ein erneutes Biwak. Im einigermaßen geschützten Eck am Eingang kochen wir. Unten im Tal die Lichter von Obertilliach. Ein womöglich verletztes Tier schreit immer wieder. Schlafplätze richten wir uns ein, so gut es geht (ich am Eingang des Waschhäuschens).

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